Kamelmilch – woher kommt sie und wie wird sie produziert?

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Die Beduinen Arabiens schwören auf die Heilkraft von Kamelmilch und nennen sie auch das „weiße Gold“ der Wüste. Was in den 1980er Jahren noch eine Vision war, wird nun immer mehr zur Wirklichkeit: Kamele wieder zu einem Nutztier machen und ihre wertvolle Milch in möglichst vielen Ländern etablieren. Gleichzeitig muss dabei das Wohl des Tieres im Vordergrund stehen und die Produktion fair bleiben.

Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Kamelfarm in Dubai.

Zahlen und Fakten

Auf einem ca. 15 km2 großen Gelände wurde im Jahr 2006 mit knapp 200 Kamelen gestartet. Im selben Jahr wurden es noch 625 Tiere. Schließlich verzehnfachte sich ihre Zahl auf rund 6145 Kamele im Jahr 2018, die rund 4.000.000 Liter Milch jährlich produzierten. Das Ziel wären 20.000 gesunde Kamele. Bis jetzt sorgen 533 Angestellte unter strengen Hygienevorschriften für das Wohl der Tiere. Bei der Produktion setzen die Hersteller auf grüne Energie. Das bedeutet, dass landwirtschaftliche Abfälle wieder in Energie umgewandelt werden. So wird ein großer Teil des jährlichen Strombedarfs durch erneuerbare Energieformen gedeckt.

Die Versorgung der Tiere

Auch beim Futter liegt der Fokus auf hoher Qualität. Die Kamele bekommen täglich frisches Heu. Auf Futtermittelzusatz, Kraftfutter, Antibiotika oder Supplementierungen zur Steigerung der Milchproduktion wird gänzlich verzichtet. Das Wohl und die Gesundheit der Tiere stehen dabei im Vordergrund. Die Milchqualität soll auf natürliche Weise gewährleistet werden und das oberste Gebot ist die Tiere lange und glücklich bei sich zu haben.

Beim Melken ist das Kamel der Boss

Genau wie Kühe haben Kamelstuten vier Zitzen. Zweimal am Tag werden die so genannten „Wüstenschiffe“ gemolken. Allerdings sind Kamelstuten sehr sensibel und eigensinnig. Es müssen alle Begleitumstände erfüllt sein, sonst geben sie keine Milch mehr. Außerdem lassen sie sich nur melken, wenn ihr Kalb zuvor gesäugt wurde, und während des Melkens stets in der Nähe der Mutter ist.

Unter perfekten Bedingungen erhält man maximal sieben Liter Milch pro Tier und Tag. Vergleicht man die Zahlen mit unserer mitteleuropäischen Kuh, die täglich zwischen 25 und 40 Liter geben wird abermals deutlich wie wertvoll Kamelmilch ist. Nach dem Melken wird die Milch internationalen Standards entsprechend weiterverarbeitet.

Was alles aus Kamelmilch gemacht werden kann

Kamelmilch ist sehr schmackhaft mit einem leicht salzigen Abgang. Wissenschaftler fanden heraus, was die Beduinen schon lange vorher wussten: sie ist besonders nahrhaft, sehr gesund, leicht verdaulich und besonders für Allergiker geeignet. Mittlerweile sind die Produkte auf Kamelmilchbasis sehr breit gefächert: reine Kamelmilch oder Kamelmilch mit Geschmack, verschiedene Sorten von Trinkjoghurt. Auch Schokolade und Eiscreme kommt nun aus der Wüste. Zehn verschiedene Eissorten – von arabischen Sorten wie Safran oder Zimt über Klassiker wie Erdbeere und Schokolade. Schließlich wird die wertvolle Milch auch in Shampoos und anderen Körperpflegeprodukten verarbeitet. Seit 2013 dürfen Kamelmilchprodukte der Marke Camelicious auch nach Europa exportiert werden, und zwar als Milch, Milchpulver, Joghurt, Käse, Salbe oder Badezusatz. Strenge Seuchenschutzbestimmungen ließen die Einführung in die EU lange nicht zu, jedoch kann man das „weiße Gold“, sowie daraus hergestellte Kamelmilchschokolade mittlerweile  in ganz Europa bei Camel Milk Vitality beziehen.

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